Borreliose
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Presseartikel "Eine Bombe namens Borreliose"

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Am 20.03.2010 fand der 1. Weidener
Borreliosetag statt

Veranstalter:
Dr. med. Kiehl Weiden

Unterstützt von:
Borreliose u. FSME Bund Deutschland e. V

Referenten:
Prof. Dr. v. Baehr, Labormediziner Berlin -
"Aktuelle schulmedizinische Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie der Borrelioseerkrankung"

Deutsche Borreliosegesellschaft e.V.

Dr. med. L. Kiehl, Allgemeinmedizin, Traditionelle Chinesische Medizin: "Ergänzende Behandlung der Borreliose mittels Traditioneller Chinesischer Medizin"

Frau Ute Fischer, Vorsitzende Borreliose u. FSME Bund Deutschland e.V. : "Soziale und persönliche Betroffenheit aus Patientensicht"

Eine Bombe namens Borreliose

Großer Andrang bei Informationstag -
Vorwürfe gegen Politik und Pharmaindustrie
(Quelle: Der Neue Tag, Weiden)

Weiden. (rdo) Vom Namen bescheiden gab sich der erste Weidener Borreliose-Tag. Dabei war doch die Veranstaltung die erste ihrer Art in Bayern. Und auch bundes- und europaweit zählt sie zu den seltenen Initiativen zur Aufklärung bei Borreliose. Mehr noch: Die Referenten nutzten den Tag, um Politik und Pharmaindustrie, aber auch Mediziner bemerkenswert klar zu kritisieren. Etwa 600 Besucher, überwiegend Patienten, füllten am Samstag den Saal der Max-Reger-Halle. Selbst aus dem Erzgebirge war ein ganzer Omnibus angereist. Auch Gäste aus dem Bodenseegebiet waren anwesend.


Beruhigung für Weiden
Diese hörten zunächst den Immunologen und Internist Professor Dr. Rüdiger von Baehr aus Berlin, Vorstandsmitglied der Deutschen Borreliose-Gesellschaft. Ob des gewaltigen Interesses an der Veranstaltung hielt der Referent zunächst aber erst einmal verwundert fest: "So schlimm ist es in Weiden doch nicht mit der Borreliose."

Hernach stellte er in einer Präsentation den Hergang der Infektion dar. Dieser erfolge durch einen Zeckenstich, nicht durch einen Biss, stellte der Mediziner klar.

Am häufigsten in Mitteleuropa werde dabei die Lyme-Borreliose übertragen. Erreger ist das Bakterium "Borrellia burgdorferi". Es stamme ursprünglich von Wirbeltieren, meist Mäusen. Hauptübertragungsort sei der heimische Garten. Etwa jede fünfte Zecke im europäischen Raum enthalte Borrelien. Nach einer Infektion gebe es verschiedenste Symptome. Die laut Prof. Baehr häufigsten seien Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifigkeit.

Der Experte erhob Vorwürfe gegen die Neurologen. Sie würden das Meinungsbild der Borreliose beherrschen und damit die rechtzeitige Diagnose und die ausreichende Therapie gefährden. Das Resultat seien chronische Borreliosen mit geringen Heilungschancen.

Diese bakterielle Zeckeninfektion, gegen die es keinen Impfschutz gibt, werde auf breiter Basis von Ärzteschaft und Gesundheitspolitik verharmlost und verdrängt, so Ute Fischer, Vorsitzende der Patientenorganisation Borreliose und FSME Bund Deutschland. Derzeit würden sich nach Krankenkassenangaben jährlich mehr als 700 000 Menschen mit Borrelien anstecken, wenigstens 160 000 davon in Bayern.


Verschleiertes Ausmaß
Bundesgesundheitsministerium und Robert-Koch-Institut würden das Wissen über das wahre Ausmaß der Erkrankung mit allen Mitteln verhindern. So werde eine Richtlinie der EU ignoriert, wonach Deutschland seit 2003 die jährlich auftretenden Krankheitsfälle zu melden habe. Dies geschehe nicht, weil sich die alten Bundesländer, auch Bayern, gegen eine Meldepflicht für Borreliose wehrten. Ein entsprechender Antrag von CSU und FDP läge aber dem Bayerischen Gesundheitsministerium vor.

Ute Fischer erhob schwere Vorwürfe gegenüber der Pharmaindustrie. Sie fördere in der Ärztefortbildung die Fehldiagnosen der Borreliose, weil mit Medikamenten gegen Multiple Sklerose, Depression, Rheuma und Fibromyalgie ein Vielfaches mehr zu verdienen sei als mit Antibiotika als ursächliche Therapie. Und auch den Gesundheitspolitikern in Bayern und im Bund sandte sie eine Botschaft: Borreliose sei wie ein volles Fass, das Politiker, Ärzte und Krankenkassen zuhalten möchten. Es werde aber bald platzen wie eine Bombe.

Dr. Lothar Kiehl, niedergelassener Arzt in Weiden und Vohenstrauß sowie Initiator der Veranstaltung, berichtete abschließend über Erfahrungen und gute Behandlungserfolge der Traditionellen chinesischen Medizin bei Borreliose.