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Informationen zur Borreliose

Woher kommt diese chaotische Krankheit, wie wird sie übertragen und welche Formen gibt es?

Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist eine chaotische Krankheit. Sie vagabundiert in vielen Schubladen der Schulmedizin, passt aber in keine hinein.

Im Jahr 1977 wurde eine „neue“ Erkrankung, die als „Lyme disease“ bezeichneten wurde, beschrieben (1). Man hatte festgestellt, dass sich am Ort eines Zeckenstiches nach wenigen Wochen ein Erythem ausbilden kann und bei diesen Patienten danach signifikant gehäuft neurologische, kardiale oder arthritische Folgerkrankungen auftreten. Diese Beschwerden traten gehäuft im Ort Lyme, US-Bundesstaat Connecticut, auf. Die gleiche Arbeitsgruppe teilte später mit, dass diese Krankheit effektiv mit Antibiotika behandelt werden kann (2). Daraus ergab sich die logische Schlussfolgerung, dass die Lyme-Krankheit sehr wahrscheinlich eine von Zecken übertragene bakterielle Infektionserkrankung ist.

Unabhängig davon fand der Mikrobiologe Willy Burgdorfer bei Untersuchungen der Hämolymphe von Zecken (Ixodes dammini) Mikrofilarien und im Darm Spirochäten. In einer gemeinsamen Publikation mit der Arbeitsgruppe von Steere (4) wurde 1983 nachgewiesen, dass die von Burgdorfer isolierte Spirochäte der Erreger der Lyme Krankheit ist. Gleichzeitig konnten erstmals auch im Blut von Patienten mit Lyme Krankheit Spirochäten nachgewiesen werden (5). 1983 fand die erste internationale Konferenz zur Lyme Krankheit an der Yale Universität statt (10). Hier einigte man sich auf die Krankheitsbezeichnung Lyme Borreliose.

Nachweise

(1) STEERE AC, MALAVISTA SE, HARDIN JA et al. (1977): Erythema chronicum migrans and Lyme arthritis: The enlarging clinical spectrum. Ann Intern Med. 86: 685-698.

(2) STEERE AC, MALAVISTA SE, NEWMAN JH et al. (1980): Antibiotic therapy in Lymedisease. Ann Intern Med. 93: 1-8.

(4) STEERE AC, GRODZICKI RI, KORNBLATT AN, CRAFT JE, BARBOUR AG, BURGDORFER W,SCHMID GP, JOHNSON E, MALAVISTA SE. (1983): The spirochetal etiology of Lyme disease. New Engl J Med. 308: 733-740.

(5) BENACH JL, BOSLER EM, HANRAHAN JP et al. (1983): Spirochetes isolated from the blood of two patients with Lyme disease. New Engl J Med. 308: 740-742.

(10) STEERE AC, MALAVISTA SE et al. (1984): First International Symposium on Lyme disease. Yale J Biol Med. 54: 445-471

Chronische Borreliose

Die so genannte Borreliose-Altlast sind die chronischen Borreliosen, die vor der Entdeckung des Erregers sowie in einer Zeit ohne ausreichende Behandlung entstanden sind. Die Anzahl der Borreliosen, die aufgrund fehlender Kenntnisse gar nicht oder viel zu spät oder unzureichend therapiert wurden.

Haben sich Borrelien an einer oder mehreren Stellen des Körpers fest etabliert, ist der Fall der chronischen Borreliose eingetreten, wobei der Beschwerdegrad von schwer bis zur Beschwerdelosigkeit reichen kann.

Klinisch stumme oder akute Borreliosen können labordiagnostisch kaum von Seronarben ausgeheilter Borreliosen unterschieden werden.Die Diagnose ist also weitgehend klinisch nach den Symptomen zu stellen, was jedoch prinzipiell unsicher ist, weil zugrunde gelegte Symptome auch andere Ursachen haben können.

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Zeckenstiche übertragen den Erreger

Zecken gibt es in allen Teilen Deutschlands und übertragen Erreger mit einem Stich; im Durchschnitt trägt jede vierte Zecke u. a. den Erreger der Lyme-Borreliose in sich

Die gefährlichsten Zecken (Ixodos ricinus) sind am weitesten verbreitet. Sie nehmen die Erreger überwiegend als Larve oder Nymphe bei Blutmahlzeiten an Kleinsäugern auf. Mäuse bilden das Hauptreservoir der meisten Zeckenerkrankungen (z.B. Lyme-Borreliose, Yersiniose, Ehrlichiose, FSME, Q-Fieber, Rückfallfieber-Borreliose, Rickettslose, Babesiose).

Gleichzeitig oder hintereinander erfolgte Koinfektionen sind möglich und lösen besonders komplexe Krankheitsverläufe aus.

Inkubationszeit

Viele schwere Erkrankungen sind die Folge einer sehr langen Inkubationszeit. Die Zeit von der Ansteckung durch Zeckenstich bis Ausbruch der Erkrankung ist bei der Borreliose leider unbestimmt.

Sie kann Tage, Wochen, Monate oder so gar Jahre betragen. Die Infektion verläuft klinisch stumm. Dadurch kann ein Teil der Borreliosen erst spät erkannt werden, zumal, wenn zu Infektionsbeginn keine alarmierenden Krankheitsmerkmale wie etwa eine Wanderröte (Erythema migrans) auftraten.

sekundäre Latenzzeit

Ein Grund für das kaum vermeidbare Entstehen neuer problematischer Spätborreliosen liegt in der sekundären Latenzzeit. Eine anfängliche Erkrankung verschwindet scheinbar vollständig, bricht dann aber viel später, möglicherweise erst nach Jahrzehnten, richtig aus.

Das Problem des über viele Jahre verzögerten Rückfalls kennt man gut von der früher häufigen Syphilis, deren Erreger eng mit der Borrelie verwandt ist; beide sind bewegliche, schraubenförmige Bakterien, so genannte Spirochäten. Die Einteilung der Borreliose in Stadien wurde von der Syphilis übernommen.

Immunität

Da es gegen Borreliose keine zuverlässige Immunität gibt, sind Mehrfachinfektionen möglich. Es gibt Zeckenstichopfer mit gleichzeitig mehreren Borreliosen in jeweils verschiedenen Entwicklungsstadien und mit verschiedenen Verlaufsformen.

Ansteckung

Zum Glück ist die Borreliose (soweit bislang nicht sicher nachgewiesen) nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Impfung

Da es keine Immunität gibt, kann es auch keine wirksame Impfung geben, erklären einige Experten und verweisen auf die verwandte Syphilis, gegen die es trotz aller bisherigen Bemühungen auch keinen wirksamen Impfstoff gibt.

Labordiagnostik

Die Labordiagnostik kann bis heute den Status oder den Verlauf einer Borreliose nicht zuverlässig bestimmen. Falsche Ergebnisse in jede Richtung sind häufig, das haben viele Einzeltests bewiesen. Neue Methoden versprechen Besserung, wenn sie denn überall angewendet werden. Ungelöst bleibt das durch Erregeranzucht nachgewiesene Problem der „seronegativen Borreliosen“.