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Diagnostik der Borreliose

Verschiedene Diagnosemöglichkeiten je nach Stadium der Erkrankung.

Entfernte Zecke aufbewahren

In der Frühphase einer Borreliose zeigen sich häufig typische Krankheitsmerkmale, die insbesondere in der „Zeckenzeit“ eine unverzügliche Diagnose ohne jede Labordiagnostik ermöglichen. Typische Krankheitsmerkmale sind die kreisrunde Rötung (Erythema migrans), Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Gelenkschmerzen.

Eine entfernte Zecke sollte aufbewahrt und zur Untersuchung in ein Labor gesandt werden. Vor dem Hintergrund, dass sich die Borrelienanzahl jeden Tag verdoppeln kann, ist eine unverzügliche antibiotische Therapie einzuleiten. Auch ohne jede Behandlung – das muss immer wieder gesagt werden – besiegt das körpereigene Immunsystem die weitaus meisten Borrelieninfektionen, etwa 80 Prozent. Der ganze therapeutische Aufwand gilt dem gefährlichen Rest.

Konnte sich eine Borrelieninfektion im Körper ausbreiten oder etablieren, ist meistens schon eine längere Zeit seit Infektionsbeginn vergangen. Fehlen äußerliche oder anamnestische Hinweise auf eine Borreliose, ist die Diagnose schon nicht mehr ganz einfach.

Die Labordiagnostik muss trotz ihrer diesbezüglichen Unzuverlässigkeit zu Hilfe genommen werden. Das Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeitsdiagnose. Die Borrelien sind inzwischen ins Gewebe eingedrungen und dort für die Immunabwehr schwer erreichbar.

Dadurch sinkt die Chance auf Spontanheilung (Selbstheilung), die jedoch auch ohne Behandlung noch weiter gegeben ist. Wieder gilt der therapeutische Aufwand dem zunehmend gefährlichen Rest. Bis zu diesem Stadium gelten die meisten Borreliosen mit ausgewählten Antibiotika als noch gut therapierbar.

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Problemfall chronische Borreliose

Haben sich Borrelien an einer oder mehreren Stellen des Körpers fest etabliert, ist der Fall der chronischen Borreliose eingetreten, wobei der Beschwerdegrad von schwer bis zur Beschwerdelosigkeit reichen kann.

Klinisch stumme oder akute Borreliosen können labordiagnostisch kaum von Seronarben ausgeheilter Borreliosen unterschieden werden. Die Diagnose ist also weitgehend klinisch nach den Symptomen zu stellen, was jedoch prinzipiell unsicher ist, weil zugrunde gelegte Symptome auch andere Ursachen haben können.